Viele Wege führen in Homburg zu einem Ziel: Fairtrade für eine gerechtere Welt!

Fairtrade in Homburg

Im Test: Fair gehandelte Produkte wie Kaffee, Tee und Schokolade können
Foto: Stadt Homburg

Einkaufen und damit Gutes tun, das geht im Homburger Eine-Welt-Laden. Vor mehr als 25 Jahren formierte sich der Verein „miteinander-füreinander e.V.“, der bis heute Träger des Weltladens ist. Im Fachgeschäft für Fairen Handel bietet das ehrenamtliche Team schönes Kunsthandwerk, ausgefallenen
Schmuck, seltene Musikinstrumente, echte Ledertaschen und faire Lebensmittel aus aller Welt an. Die Erlöse aus dem Verkauf der handwerklich hochwertigen Produkte sowie die Beiträge aus den Vereinsmitgliedschaften fließen direkt zu den Partnerorganisationen in Afrika, Asien und Südamerika. Dort wird das Geld dringend zum Aufbau von Schulen, Waisenhäusern und medizinischen Versorgungseinrichtungen gebraucht.

Faire Preise für gute Arbeit

Dass der Fairtrade-Gedanke Strahlkraft besitzt, beweist der Fairtrade-Markt in Homburg. Er wächst von Jahr zu Jahr. Auf dem Historischen Marktplatz bieten Aussteller und Händler im Frühherbst Handwerkliches aus Leder, Stoff, Holz oder Metall an. Die fair gehandelten Geschenkartikel werden zu fairen Preisen verkauft, also anständige Preise für gute Arbeit. Fair und gerecht sind auch die Produktionsbedingungen und Handelsbeziehungen – zu beinahe jedem Produkt gibt es ausführliche

Informationen. Kaffee, Tee, Bananen, Schokolade und sogar Weine aus fairer Produktion können gut durch konventionelle Produkte ersetzt werden. Beim Fairtrade-Markt am 8. September gab es die Lebens- und Genussmittel zur Verkostung und zum Verkauf. Wer gegen die Vermüllung durch Plastik etwas tun wollte, tauschte seine Plastiktüte gratis gegen eine Baumwolltasche. Ein weiterer Publikumsmagnet: Am Stand des Saarpfalz-Kreises und der Stadt Homburg gab es beim Glücksraddrehen faire Überraschungen zu gewinnen. Interaktive Lernspiele zum Thema Kakao und globale Gerechtigkeit waren für die kleinen Besucher gedacht. Zudem wurden sie von Kinderzauberer Markus Lenzen, beim Kinderschminken und bei der Luftballonmodellage unterhalten.

Frühes Lernen entfaltet nachhaltige Wirkung

Im Oktober 2017 führte die Luitpoldschule in Homburg eine vielbeachtete Projektwoche unter dem Motto „Fair und regional für unsere Kinderrechte“ durch. Dabei erfuhren die Grundschulkinder, wie Kinderrechte, Kinderarbeit und Welthandel zusammenhängen, und dass es auch anders geht: durch fairen und regionalen Handel. Akteure aus der Fairtrade-Bewegung illustrierten die Themen durch Vorträge, Rollenspiele oder Filme. Beeindruckend für die Kinder war auch eine Ausstellung von UNICEF in der Schul-Aula. Fröhlich und anschaulich gestaltete sich ein gemeinsames Frühstück, natürlich mit Produkten aus fairem und regionalem Handel. Beim Zubereiten der Mahlzeit lernten die Schülerinnen und Schüler den Unterschied zwischen industriell hergestellten und fair oder regional produzierten Lebensmitteln kennen. Und zum Internationalen Tag der Kinderrechte pflanzten Kinder eine Rosskastanie in der Nähe ihrer Kindertagesstätte St. Michael. Mit zum Spaten griffen Pfarrer Markus Hary, die Beigeordnete Christine Becker und das UNICEF-Team Homburg.

Kinder kennen sich mit fairem Handel aus

Rund 1.100 Kinder aus dem Saarpfalz-Kreis wagten am 6. August dieses Jahres den großen Sprung von der Kita in die Grundschule. Das Highlight des Tages war die große Schultüte, prall gefüllt mit Schulstarter-Sets und Süßigkeiten. Eine sinnvolle Alternative zur herkömmlichen Ausstattung boten der Eine-Welt-Laden in Homburg und der Weltladen St. Ingbert mit ihrer fairen Schultüte an. Zahlreiche Kitas in Homburg und der Umgebung unterstützen die faire Schultüte, denn das Thema Fairer Handel gehört längst zu ihrem Kita-Alltag. Fragen Sie die Kinder doch mal selbst. Bereits Vorschulkindern wissen oft ziemlich genau, wo Schokolade, Kakao, Tee und Bananen herkommen, wie die Produkte angebaut und gehandelt werden. Im Saarpfalz-Kreis sind die Kita Schwarzenacker, die Kita St. Maria in Blieskastel-Alschbach und die Kita St. Franziskus in St. Ingbert bereits als Faire Kitas ausgezeichnet. Auch fürs Plätzchenbacken sind Kinder jederzeit zu haben – egal um welche Sorte es sich handelt. Im vergangenen Jahr konnten 16 GrundschülerInnen in der Vorweihnachtszeit Plätzchen backen, die Rezepte kamen aus fünf unterschiedlichen Ländern. Beim gemeinsamen Backen, Verzieren und Naschen lernten die Acht- bis Zwölfjährigen andere Kulturkreise und Lebensgewohnheiten kennen. Die Plätzchen-Aktion „miteinander-füreinander“ wurde vom Kinder- und Jugendbüro der Stadt Homburg in Kooperation mit dem Adolf-Bender- Zentrum und dem Verein des Eine-Welt-Ladens in Homburg getragen.

Fairtrade in Homburg

Bei der „Fairen Weinprobe“ bietet Ralf Baßler (links) fair gehandelte
Weine an; zum Teil kommen die Weine auch aus biologischem Anbau.
Foto: Stadt Homburg

Faire Aktionen – generationenübergreifend!

Wie können fair gehandelte oder regionale Produkte in eine kommunale Einrichtung eingebracht werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Mehrgenerationenhaus „Haus der Begegnung“ (HdB) in Homburg. Seit 2015 ist die Einrichtung Mitglied der Fairtrade-Steuerungsgruppe Homburg und wirkt an vielen Aktionen mit. Beispielhaft für das Engagement ist der hauseigene „Garten der Begegnung“. Die saisonalen Erzeugnisse werden in der Küche der Einrichtung verarbeitet. Jeden Mittwoch lädt das Haus zu einem Mittagstisch ein – Gäste sind herzlich willkommen.

Flower Power und Coffee Fairday

Anlässlich des Weltfrauentags am 8. März 2018 verteilten die städtische Beigeordnete Christine Becker und die kommunale Frauenbeauftragte Anke Michalsky 1.800 fair gehandelte Rosen. Die Stadt Homburg unterstütze damit die Fairtrade-Rosenaktion „Flower Power“ von Fairtrade Deutschland. Die Aktion passe gut zum diesjährigen Jubiläum „100 Jahre Frauenwahlrecht“, erklärte Michalsky. Gesponsert wurden die Rosen vom Unternehmen „Blume 2000“, verteilt wurden sie an Mitarbeiterinnen und Besucherinnen des Rathauses, der Kreisverwaltung, des Jobcenters, des Frauenbüros und an Bewohnerinnen des Seniorenheims Pro Seniore. Die meisten fairen Rosen regnete es jedoch am Abend im Saalbau, als das Frauenkabarett „Tollkirschen“ auftrat. Innerhalb der Fairen Woche organisieren die Fairtrade-Stadt Homburg und der Fairtrade-Saarpfalz-Kreis wieder einen Coffee Fairday. Am 21. September sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung und des Saarpfalz-Kreises in den Parlamentarischen Trakt der Kreisverwaltung Homburg Am Forum eingeladen. Dort können zwischen 8.30 und 11.30 Uhr fair gehandelte Produkte wie Kaffee, Tee und Schokolade probiert und gekauft werden. Auch der Eine-Welt-Laden Homburg lädt an diesem Tag zu Aktionen ein.

Erlesene Weine und süße Schokolade bei fairer Verkostung

Fairtrade-Stadt HomburgSo genussvoll kann eine faire Wein-Degustation sein: Zu musikalischen Klängen von Duo „Contente“ verkosten die Besucher faire Weine aus Chile und Südafrika, die Weinfachmann Ralf Baßler kredenzt. Die Weine überzeugen durch ihre Fülle und ihr erlesenes Bouquet. Fein, fruchtig und fair! Wunderbar dazu harmonieren die herbe Süße von dunkler Schokolade oder Pralinen aus fairem Handel, die vom Eine-Weltladen Homburg angeboten werden. Zur Veranstaltung „Fairer Wein – Qualität und Genuss“ laden Homburg, der Saarpfalz-Kreis, der Eine-Welt-Laden Homburg und das Haus der Begegnung am 26. Oktober, 18 Uhr, ein. Fairtrade-Referent Frank Blaskewitz bereichert die Verkostung im Haus der Begegnung in Homburg-Erbach durch Wissenswertes rund um Anbaumethoden und Winzergenossenschaften. Weitere Infos und Anmeldung bei Anke Michalsky. E-Mail anke.michalsky@homburg.de oder Telefon (0 68 41) 101-143. mia

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