Regionalität, Biosphäre und Fairtrade sollen in der Gemeinde Kirkel eine nachhaltige Struktur bilden.

Fairtrade-Gemeinde Kirkel

Die Steuerungsgruppe (v.l.n.r.): Walter Nägler, Dirk Pfeifer, Andrea Molter
– Nägler, Diana Rode, Beate Ruffing, Ute Fesselmann – Limbacher,
Max Limbacher. Foto: hup

Wer heimisches Fleisch, Brot oder Obst wertschätzt, ist auch bereit, für Tee, Kaffee oder Bananen aus fairem Handel faire Preise zu bezahlen. Ein Gespräch mit Bürgermeister Frank John, Ortsvorsteher Max Victor Limbacher und Dirk Pfeifer aus der Gemeindeverwaltung. FRANK JOHN: Wasser, Wiesen und Wald – die drei großen W’s – prägen die Gemeinde. Das Grundwasser liefert hervorragendes Trinkund Mineralwasser, die Obstwiesen spenden nachhaltig produzierten Apfelsaft und der Kirkler Wald als Teil des Biosphärenwaldes bietet Erholung und Entspannung direkt vor der Haustür. Die W‘s sind unsere wichtigsten natürlichen Ressourcen und ein gesunder Regionalismus das Rückgrat unserer Gemeinde.
MAX VICTOR LIMBACHER: Die Gemeinde Kirkel ist durch ihre hohe Lebensqualität sehr gefragt: Mitten im Grünen, mit guter Verkehrsverbindung, nahe bei St. Ingbert, Homburg und Saarbrücken und mit einer breit gefächerten Nahversorgung bietet Kirkel alles, was sich junge Familien wünschen.
FRANK JOHN: Wir sind eine Zuzugsgemeinde, die diesen Ansprüchen gerecht werden möchte. Die Konsumenten von heute wollen bewusst leben und suchen nach fairen und nachhaltigen Alternativen.
MAX VICTOR LIMBACHER: Wir sind in der glücklichen Situation, neben dem Einzelhandel auch hier ansässige Betriebe in der Lebensmittelproduktion zu haben. Auch deshalb ist es unswichtig, den quantitativen und qualitativen Ausbau regionaler Produkte im Lebensmitteleinzelhandel und in der Gastronomie zu fördern. Faire Produkte wie Tee, Kaffee, Schokolade oder Bananen ergänzen sinnvoll das Warensortiment.
FRANK JOHN: Wie identitätsstiftend und verbindend unsere lokalen Produkte wie das Brot vom Bäcker oder die Wurst vom Metzger sind, merken wir bei unseren Dorf- oder Vereinsfesten. Hier spielt es eine erhebliche Rolle, woher die Lebensmittel kommen. Die „Marken“ sind beliebt und das Geld bleibt beim Verkauf in der Gemeinde.
Max Victor Limbacher: Der Ansatz, die regionale Wertschöpfungskette zu stärken, ist durchaus verwandt mit dem fairen Handel. Beim regionalen wie internationalen Handel geht es darum, ein Bewusstsein für Warenwert, Arbeits- und Produktionsbedingungen sowie Händlerbeziehungen zu schaffen. Fairtrade soll hier Hand in Hand mit dem regionalen Handel gehen und eine nachhaltige Struktur in der Gemeinde bilden.
Dirk Pfeifer: Die Auszeichnung zur Fairtrade-Gemeinde war ein wichtiger Schritt. Die offizielle Feier fand während des 4. Neujahrskonzerts 2018 statt und erzielte bei den rund 600 Gästen eine entsprechende Aufmerksamkeit und Würdigung. Analog zur Kampagne des Saarland-Marketings „Großes entsteht immer im Kleinen“ trägt auch eine kleine Gemeinde wie Kirkel zum fairen Handel bei.
Fairtrade KirkelMAX VICTOR LIMBACHER: Inzwischen wird der Fairtrade-Gedanke von einer breiten Basis getragen: Die Kirchen, die Kindergärten, die Gemeinschaftsschule, das Jugendbüro, die Verwaltung, Vereine und einzelne Bürger engagieren sich für Fairtrade. Zudem fanden in den beiden vergangenen Jahren zahlreiche Fairtrade-Aktionen statt, die die unterschiedlichsten Menschen erreichten.
DIRK PFEIFER: Anlässlich des Weltfrauentags am 8. März haben wir 2017 und 2018 faire Rosen verteilt; bei der Sportlerehrung 2017 überreichten wir Rucksäcke, gefüllt mit Fairtrade-Produkten. In 2018 gab es Fairtrade-Fleecedecken und Schokolade. Die Jugendfeuerwehr und insbesondere das Jugendbüro sind Fairtrade-aktiv.
FRANK JOHN: Die strukturbildenden Anfänge sind gemacht, nun geht es um die Verstetigung. Sehr wertvoll ist der Einsatz von Dirk Pfeifer, der zusammen mit der Steuerungsgruppe Vieles auf den Weg gebracht hat. dip

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